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Zionistischer Preis für Merkel

Donnerstag, 20. Januar 2011, nachmittags. Angela Merkel (ehem. FDJ / CDU) erhält vom zionistischen Lobbyverband ,,American Jewish Committee" (AJC) die Auszeichnung  ,,Light Unto The Nations" (Licht für alle Volker). Der Preis in Form einer jüdischen Menorca, des siebenarmigen Leuchters, wird ihr im Kanzleramt von AJC-Geschäftsführer David A. Harris und einer Delegation der Vereinigung verliehen. Harris ist ein unverblümter Kriegshetzer gegen den Iran. In Deutschland bietet ihm regelmäßig der Berliner ,,Tagesspiegel" ein Forum für seine Tiraden (,,Ein Militärschlag gegen den Iran muss möglich bleiben"). Er ist auch stellvertretender Vorsitzender der 1993 vom American Jewish Committee ins Leben gerufenen Organisation ,,UN Watsch". Hier behauptet er eine unfaire Behandlung Israels durch die UNO.

Die Kanzlerin ist die fünfte Empfängerin der Auszeichnung ,,Light Unto The Nations". Erster Preisträger war 2005 der chilenische Präsident Ricardo Lagos, im selben Jahr folgte der frühere US-Präsident Bill Clinton, 2007 waren Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe an der Reihe. Der nächste Preisträger steht auch schon fest: Am 28. ARPil 2011 soll der Präsident von Panama, Ricardo Martinelli, mit dem ,,Licht für die Völker" ausgezeichnet werden. Als Redner auf der abendlichen Gala hat Karl-Theodor zu Guttenberg zugesagt, der schon im Dezember 2009 mit Harris vereinbarte, die ,,Partnerschaft von Bundeswehr und American Jewish Komitee" weiter zu intensivieren.

Die Bezeichnung ,,Licht für die Völker" nimmt Bezug auf das Alte Testament. Dort heißt es im Buch Jesaja, Kapitel 42, Vers 6, Israel sei dazu bestimmt, ,,das Licht für die Völker zu sein". Da ist das Timing der Auszeichnung für (ehem.FDJ/CDU) Merkel etwas verunglückt. Denn ausgerechnet in der Verleihungswoche macht das bundesdeutsche Leitmedium ,,Der Spiegel" mit der Titelgeschichte ,,Davids Rächer / Israels geheime Killer-Kommandos" auf. Was darin steht, lässt den Nahoststaat keineswegs als Vorbild leuchten.

,,Wie Schlaglichter beleuchten die Geheimdienstanschläge auf iranische Nuklearwissenschaftler mitten im Herzen von Teheran den Schattenkrieg der Israelis", heißt es da. Es folgt die lange, leidlich bekannte, eindrucksvolle Geschichte - von den gezielten Tötungen der Stern-Bande vor der Staatsgründung von 1948 und den 1962 verübten Anschlägen auf deutsche Ingenieure, die am ägyptischen Raketenprogramm mitarbeiteten, über die Mossad-Morde an vermeintlichen Drahtziehern des Olympia-Attentats von 1972 bis hin zur Tötung des Hamas-Führers Mammut al-Mabhuh in Dubai 2010. Taten in Deutschland und der Schweiz, in Italien Frankreich, Tunesien, auf Malta oder in Jordanien. Man erfährt, dass die Zahl solcher Tötungen unter dem am 1. Januar 2011 abgelösten Mossad-Direktor Meir Daran erheblich zugenommen hat. (Sein Nachfolger Tapir Pardon, bereits zweimal stellvertretender Mossad-Chef und seit 30 Jahren im Geheimdienst, wird mit diesen Praktiken kaum brechen.) Und auch der Hinweis, dass die Politik der Mordkommandos ,,gegen internationales Recht und die Souveränität anderer Nationen verstößt", fehlt nicht.

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